Die Illusion des Glücks

Die Illusion des Glücks

»Das Vergnügen kann auf Illusion beruhen, doch das Glück beruht allein auf Wahrheit.«
Nicolas Chamfort (1741-1794)

Der antrainierte Irrtum
Die meisten von uns glauben, wir würden endlich dauerhaft glücklich sein, wenn wir es schaffen könnten, die wesentlichsten unserer Ansprüche befriedigt zu bekommen – zum Beispiel ein schönes Haus, eine gemütliche Wohnung, einen perfekten Partner, ein großes Auto, einen idealen Job und noch ein paar Statussymbole. Das ist jedoch eine Illusion.
Viele glauben auch, dass sie durch ein größeres Auto, den neuen Flachbildschirm, einen modischen Anzug oder das teuerste Parfum zu einer beliebten und begehrenswerten Person werden. Noch eine Illusion, welche die Werbung nur allzu gerne aufgreift, damit sie uns Dinge verkaufen kann, die wir eigentlich gar nicht benötigen.
Ich habe bis heute noch keinen einzigen Menschen kennengelernt, der durch ein neues Auto oder eine neue Digitalkamera lang anhaltendes Glück erfuhr. Diese Art der Befriedigung währt meist nur kurz. Was materielle Dinge uns geben können, ist kein Glücksgefühl, auch wenn man uns dies einreden will, sondern nur eine kurze Freude, die schon bald wieder abflauen wird. Die neue Anschaffung wird schnell wieder gewöhnlich, und wir tauchen erneut in den gleichen Gefühlszustand ein, in dem wir bereits vorher waren.
Mit der Befriedigung unserer Ansprüche schaffen wir also vielleicht kurze Highlights in unserem Leben, aber das Gefühl wahren, dauerhaften Glücks werden wir auf diese Weise nicht erleben.
Da es aber in allseitigem Interesse ist, unsere Kaufkraft weiter herauszufordern, werden ständig neue Pseudo-Bedürfnisse erfunden, damit wir immer weiter und weiter nach diesem „Glück“ suchen. Also lassen wir uns nur zu gern von unserem antrainierten Verlangen verführen und hecheln stets neuen Dingen nach, immer in der Hoffnung, auf diese Weise endlich glücklich zu werden.
So befinden wir uns in einem ständigen Wechselbad der Gefühle. Wird ein Teil unserer Bedürfnisse von unserer Umwelt befriedigt, reagieren wir mit Freude und Wohlwollen. Wird ein Teil unserer Ansprüche nicht erfüllt, werden wir wütend, ärgerlich, aufbrausend oder traurig.
Das Erstaunliche dabei ist, dass wir selber nicht in der Lage sind, diese Gefühle zu beeinflussen. Wir reagieren fast automatisch und oft auch völlig unbewusst auf Zuwendung oder Abweisung.
Wir geben anderen die Macht über unsere Gefühle.
Jeder in unserem Umfeld kann nach Belieben alle möglichen Gefühle in uns auslösen. Ohne dass wir es verhindern oder beeinflussen können, reagieren wir wie auf Knopfdruck. Wir regen uns furchtbar auf, wenn uns jemand kritisiert oder Dinge sagt, die uns nicht gefallen, und sind entzückt, wenn uns jemand lobt oder uns zeigt, wie gern er uns hat. Die anderen bestimmen also, welche Reaktionen wir zeigen. Kummer, Angst, Zorn, Wut, Gereiztheit, Trauer, Enttäuschung, Freude oder pures Vergnügen.
Warum das so ist? Wenn wir der Frage nachgehen, wieso unsere Gefühle von anderen so leicht beeinflussbar sind und von uns selbst so wenig, entdecken wir etwas Interessantes.
Hinter all unseren angeblichen Bedürfnissen und Sehnsüchten steht letztendlich immer nur ein einziger Wunsch. Der Wunsch nach Liebe. Wir wollen geliebt werden. Um nichts anderes geht es. Alles, was wir erreichen wollen, alles wonach wir begehren, lässt sich stets auf diesen einen Wunsch zurückführen.
Um dies genauer zu verstehen, müssen wir noch einen kleinen Ausflug in unsere Kindheit machen. Schon sehr früh haben wir lernen müssen, dass wir so, wie wir sind, nicht geliebt werden. Wenn wir nicht das taten, was unsere Eltern von uns erwarteten, wurde uns die Liebe einfach entzogen. Verhielten wir uns dagegen so, wie es unseren Eltern gefiel, bekamen wir Lob und Anerkennung, wurden gestreichelt und geküsst und bekamen alles, was uns glücklich sein ließ.
Wir haben also ziemlich früh erfahren, dass wir uns unsere Liebe verdienen müssen. Um Liebe zu bekommen, mussten wir uns verbiegen und Dinge tun, die uns eigentlich keinen wirklichen Spaß machten. Je besser uns dies gelang, desto größer war die Anerkennung und die Liebe, die uns zuteil wurde.
Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass auch alle anderen ihre Liebe erst verdienen müssen. Auch unser Vater und unsere Mutter mussten sich ihre Liebe erst einmal verdienen. Jedem auf dieser Welt ergeht es so. Erst wenn wir ganz viel getan haben, wenn wir Großes geleistet oder unsere eigene Natur verleugnet haben, bekamen wir Liebe und Anerkennung. Dann waren wir glücklich. Glück und Liebe standen von Anfang an eng miteinander in Verbindung.
Tief in unserem emotionalen Gedächtnis hat sich also folgendes Programm eingegraben: So, wie wir sind, sind wir nicht liebenswert. Wir müssen uns verstellen, um geliebt zu werden. Liebe ist kein natürliches Gut, dass uns einfach so zusteht. Wir müssen uns auf bestimmte Weise verhalten, um Liebe zu bekommen.
Mit dieser inneren Programmierung haben wir uns ziemlich rasch abgefunden, schließlich kannten wir nichts anderes. Und so begannen wir zunächst einmal, uns selbst abzulehnen. Man hat uns ja vermittelt, wir wären nicht richtig. Etwas stimmte nicht mit uns. Wir waren nicht so, wie wir sein sollten. Wir waren nicht vollkommen. Wir waren einfach nicht gut genug. Schlimmer noch: Wir würden wahrscheinlich nie gut genug sein. Dies ist natürlich eine ziemlich erschreckende Perspektive. Wie soll sich darauf eine ruhige und sichere Zukunft aufbauen lassen?
Zu diesem Schock gesellte sich noch eine weitere gewaltige Sorge hinzu: „Hoffentlich merkt niemand, dass ich eigentlich gar nicht liebenswert bin. Hoffentlich erkennt niemand, dass ich eigentlich nicht gut genug bin.“
Um dies zu verhindern, versuchten wir unseren wahren Charakter noch besser zu tarnen und gaben uns immer mehr für eine ganz andere Person aus. Für eine liebenswerte Person – oder vielmehr das, was wir für liebenswert hielten. Wir taten alles, damit wenigstens die Person, die wir vorgaben zu sein, geliebt wurde. Auf diese Weise wurden natürlich nie wir selbst geliebt, sondern immer nur die Person, die wir eigens dafür geschaffen hatten.

Da wir uns auf diese Weise selbst zu unserem größten Kritiker entwickelten und uns von Tag zu Tag immer mehr ablehnten, versuchten wir dies wenigstens durch Leistung zu kompensieren. Wir wollten Anerkennung und Zuneigung und Bewunderung. Zunächst von unseren Eltern, später von unseren Partnern, Kollegen und Freunden.
Wir wollten aber nicht nur allen anderen etwas beweisen, wir wollten vor allem auch uns selbst etwas beweisen, denn es gab einen Hoffnungsschimmer. Wenn wir nur genug tun würden, dann könnten wir unter Umständen doch irgendwie liebenswert werden. Es gab also doch noch eine Möglichkeit, sich zu einem liebenswerten Menschen zu entwickeln. Durch außergewöhnliche Leistungen würde es vielleicht ein Entrinnen geben.
Irgendwann einmal entdeckten wir noch einen anderen Ausweg. Das war der Moment, als wir etwas besaßen, das alle anderen auch begehrten. Da wurde uns plötzlich auch so etwas wie Zuneigung zuteil. Wenn wir etwas Teureres, Größeres oder Schöneres besitzen würden, dann wäre uns Anerkennung sicher. Diese Erfahrung hat sich ebenfalls tief in uns eingegraben.
Mit diesem Programm sind wir bis heute ausgestattet. Dieses Programm ist darauf ausgerichtet, Glück, Liebe und Anerkennung zu erfahren. Dafür sind wir bereit, alles zu tun. Entweder durch außergewöhnliche Leistungen oder durch Besitz von Dingen, die uns glücklich machen können. Am besten ist es, wenn andere diese Dinge auch begehren, dann erfahren wir zusätzlich zu unserem Glück auch noch Bewunderung.

Das Suchtverhalten
Um dieses Ziel zu erreichen, ist uns oftmals kein Preis zu hoch. Nicht selten arbeiten wir sogar bis zum Umfallen dafür und laufen allen möglichen Dingen hinterher, von denen wir glauben, dass sie uns die Liebe und Anerkennung anderer Menschen einbringen könnten.
Solange wir dieses Etwas nicht in unseren Besitz gebracht haben, sind wir nicht glücklich. Und dieses Glück hält auch nur so lange an, bis alle anderen ebenfalls im Besitz des gleichen Gegenstandes sind.
Und so befinden wir uns in einem ständigen Auf und Ab. Sobald jemand anderes ebenfalls etwas aufregend Neues besitzt, stehen wir wieder im Aus. Spätestens dann brauchen wir dringend etwas Neues, das uns wieder aus der Masse hervorheben könnte. Und plötzlich befinden wir uns in einem Wetteifern mit vielen anderen Menschen. Wir versuchen uns noch mehr hervorzuheben oder noch besser zu sein. Wir sehen in den anderen nur noch Konkurrenten, die uns den Platz streitig machen könnten.
Unser Leben wird bestimmt von Sorge und Argwohn, man könne uns den erkämpften Platz wieder wegnehmen. Wir reagieren ängstlich und misstrauisch auf jeden, der scheinbar besser oder begehrenswerter ist als wir. Wir freuen uns nicht mit anderen, wir reagieren neidisch und eifersüchtig, weil wir fürchten, nicht mehr genügend wahrgenommen zu werden.
Wir versuchen andere am Erreichen ihrer Wünsche zu hindern, werden ungerecht, wenn wir glauben, dass wir weniger bekommen als andere. Wir werden sarkastisch und zynisch oder aber hoffnungslos, wenn unser Ziel in weite Ferne rückt, und wütend, wenn ein anderer vor uns das Ziel erreicht. Wir werten andere ab, wenn diese mit Leichtigkeit das erreichen, was wir selbst gerne haben wollen. Verfeinden uns mit denen, die wir eigentlich lieben, von denen wir aber nicht das bekommen, was wir uns von ihnen erwarten.
Wir sind nicht mehr in Harmonie mit den Dingen und Menschen um uns herum. Wir fühlen uns bedroht. Wir haben Angst, unsere Macht und unser Prestige zu verlieren. Umso intensiver werden wir versuchen, unsere Umwelt zu manipulieren. Wir bauen unsere Macht aus, und unsere Forderungen nehmen zu. Wir müssen also immer noch mehr kämpfen. Unser Verstand befindet sich schließlich in einem Wettrüsten nach Anerkennung und Liebe.
Und so konsumieren wir, nicht etwa weil wir uns dabei wohler, zufriedener, harmonischer oder ausgeglichener fühlen, sondern weil wir durch die Bewunderung anderer so etwas wie Liebe zu bekommen glauben. Und wenn wir geliebt werden, sind wir unserem eigenen Glück doch schon sehr nahe.
Also verschulden wir uns für Dinge, die wir eigentlich gar nicht bezahlen können und in Wahrheit auch gar nicht benötigen, und merken gar nicht, dass wir uns immer schneller in einen Kreislauf hineinbewegen, der uns vom eigenen Glück trennt, statt uns ihm näherzubringen.
Wir rauschen von Höhepunkt zu Höhepunkt, damit wir die innere Unzufriedenheit und innere Leere, die durch das Verfolgen der oberflächlichen Ziele immer mehr zunimmt, nicht wahrnehmen müssen. Schlimmer noch, wir werden süchtig nach Besitz, Anerkennung und Macht.
Anstatt glücklich zu sein, benötigen wir immer mehr, ohne dem Ziel des wahren Glücks jemals wirklich näherzukommen.
Stattdessen sind wir bereit, für unsere Sucht noch mehr zu arbeiten. Wir geben unsere Freizeit auf, unsere Freunde und vernachlässigen unsere Familie. Die eigenen Kinder werden oft mit Geschenken zugeschüttet, weil wir es nicht mehr schaffen, genug Zeit mit ihnen zu verbringen, und glauben, dass Materie sie glücklich machen würde.
Wir suchen fast suchtartig nach Anerkennung und Zuneigung. Unser Denken wird fast ausschließlich von diesem Suchtverhalten beherrscht. Allein aus diesem Grund kämpfen wir gegen unsere bestehende Lebenssituation, wir strampeln, weinen, schreien, toben und versuchen unsere Umwelt nach unseren Forderungen und Erwartungen zurechtzubiegen.
Wir versuchen unseren Partner zu manipulieren, damit er uns diesen Zuspruch gewährt, wir versuchen unsere Kollegen und Mitmenschen zu beeinflussen, damit sie uns die ersehnte Anerkennung schenken.
In dieser leistungsorientierten Welt gelingt es uns immer weniger, zu entspannen und uns dem Nichtstun hinzugeben, und unterwerfen uns stattdessen einer nie endenden Betriebsamkeit. Wir scheinen ohne Leistung gar nicht mehr leben zu können. Sobald wir einen Moment nichts tun, kommen wir uns wertlos vor. In Wahrheit haben wir durch unser suchtartiges Verhalten längst jegliche Orientierung verloren.
Gehetzt von der eigenen Triebhaftigkeit, werden wir von Tag zu Tag unzufriedener.

In unseren Kellern und Kammern sammeln sich immer mehr nutzlose, abgelegte Waren an. Denn wir benötigen bereits Neues, bevor wir das Alte überhaupt ausgiebig genossen haben.
Wir fühlen uns gehetzt, müde, überfordert und abgespannt. Selbst in unserer Freizeit stehen wir unter Druck und Stress.
In Wahrheit entfernen wir uns bei dieser zwanghaften Suche immer mehr vom Glück.
Warum wollen wir dann noch immer mehr? Selbst wenn wir unsere Ziele endlich erreicht haben?
Ganz einfach: Suchtartiges Verhalten löst sich nicht einfach in Luft auf, wenn wir unsere ersten Ziele erreicht haben. Suchtartiges Verhalten sucht nach neuen Zielen. Wenn sich das eigentliche Glück, das wir uns erhofft hatten, nicht einstellt, sammeln wir noch mehr Geld, noch mehr Macht, noch mehr Prestige.
Wir alle kennen Politiker, die selbst im hohen Rentenalter nicht auf ihre Ämter verzichten können. Manager, die trotz ihrer vielen Millionen noch immer glauben, zu wenig Geld zu verdienen. Makler, Spekulanten, deren Gewinn und Freude darin besteht, andere zu übervorteilen.
Suchtartiges Verhalten lässt uns niemals genug haben.
Immer wenn wir glauben, dass wir dringend etwas benötigen, unterliegen wir dieser Sucht. In Wahrheit brauchen wir unglaublich wenig, um glücklich und zufrieden leben zu können. Was benötigen wir schon wirklich?
Neunzig Prozent der Menschheit wäre glücklich, wenn sie das in ihrem Leben erreicht hätte, was wir bereits besitzen oder geschaffen haben. Wir nicht. Kein Wunder. Wir verhalten uns ja auch wie Suchtkranke. Und wie allen Suchtkranken kommt auch uns mit der Zeit jeglicher Realitätssinn abhanden. Wie jeder andere Suchtkranke auch verlieren wir immer mehr den Kontakt zu unserer Familie. Und so gibt es immer mehr Singles, allein und anonym in der Großstadt, abgeschnitten und weit entfernt von ihren Familien, auf der Suche nach Glück.
Selbst eine Partnerschaft unterliegt heute ganz bestimmten Leistungskriterien. Dass wir die meisten davon selbst nicht erfüllen können, spielt für uns dabei keine Rolle. Oft genug verlässt man sogar lang gewachsene Beziehungen und wendet sich einem jüngeren, attraktiveren Partner zu, weil er einem nicht nur die Wiederkehr der Jugend verspricht, sondern auch das Ansehen und die Bewunderung seiner Mitmenschen.
Und weil uns all das nicht wirklich glücklich macht, nimmt die Sehnsucht nach Glück immer weiter zu. Und schon unternehmen wir noch mehr, um endlich dieses in weiter Ferne liegende Ziel zu erreichen. Allerdings setzen wir noch immer die vollkommen falschen Mittel ein.
Was du nun ändern sollst? Zunächst genügt es vollkommen zu erkennen, dass du dich in Wahrheit wie ein Suchtkranker verhältst.
Wenn du möchtest, kannst du auch, jedesmal wenn du wieder wütend oder ärgerlich wirst, enttäuscht oder traurig, aufbrausend oder kämpferisch bist, einmal überprüfen, wie dieses Gefühl entstanden ist. Was war der eigentliche Auslöser dafür?

Zunächst wirst du den Fehler bei den anderen suchen. Aber wenn du genauer hinsiehst, wirst du erkennen, dass hinter diesem Gefühl stets eine Forderung von dir steckt, die ein anderer erfüllen soll.
Wenn du also wieder einmal glaubst, etwas unbedingt bekommen zu wollen – Sex, Geld, Zuneigung, Anerkennung, Macht, oder irgendeinen schönen begehrenswerten Gegenstand, der für Glück steht – erkenne einfach, dass du gerade wieder von einem alten Programm gesteuert wirst.
Tatsache ist jedenfalls, dass, wenn wir mit dem kleinen Bildschirm, mit der kleinen Kamera nicht zufrieden und glücklich sind, wir es mit dem technisch wesentlich besseren und neueren Teil auch nicht sein werden.
Vollständiges Glück werden wir niemals durch äußere Einflüsse und Reize erlangen.

➢ Alles, wovon wir gelernt haben, dass es uns angeblich glücklich machen würde, hat in Wahrheit nur dazu beigetragen, Handlungsweisen zu entwickeln, die uns immer tiefer in die Unzufriedenheit geführt haben.
➢ Uns wurde beigebracht, dass wir materielle Dinge benötigen, um glücklich zu sein.
➢ Uns wurde beigebracht, dass wir erst gewisse Ziele erreicht haben müssen, um glücklich zu sein.
➢ Wenn wir nach dem wahren Glück suchen, nach dem Gefühl tiefer Zufriedenheit, gilt es uns als Erstes bewusst zu machen, dass wir uns tagtäglich wie Suchtkranke aufführen. Dass wir Zwängen unterliegen, die einem Wettrüsten um Wohlstand, Anerkennung und Bewunderung gleichkommen.
➢ Beobachte, wie es dir geht, wenn du etwas haben willst. Beobachte, wie du von deiner Zufriedenheit in die Unzufriedenheit wanderst. Wie du plötzlich von der bisherigen Fülle in den scheinbaren Mangel wechselst und tatsächlich glaubst, dass du das Gefühl inneren Reichtums erst dann erreichen kannst, wenn du den Gegenstand, ohne den du bis vor wenigen Momenten noch durchaus glücklich warst, unbedingt brauchst, um das Glück, das du gerade eben verloren hast, wieder zu gewinnen.
➢ Vielleicht hast du gar nichts verloren, sondern man macht dir nur weis, du hättest etwas verloren.
➢ Wir alle sind auf der Suche nach etwas. Das, was wir suchen, hat meist etwas mit Liebe zu tun. Viele nennen es auch Glück.
➢ Je angestrengter wir dem Glück nachjagen, desto unzufriedener werden wir.

Glück ist… frei zu sein von Anhaftungen.

Pierre Franckh