Wunschglück

»Solange man Wünsche hat, ist man nicht glücklich, man erwartet es zu werden, wenn das Glück nicht kommt, so verlängert sich die Hoffnung und der Reiz der Täuschung dauert so lange an, wie die Leidenschaft aus der sie entspringt. So ist dieser Zustand sich selbst genug und die Unruhe, die er verursacht, ist eine Art Genuß, der für die Wirklichkeit entschädigt und vielleicht mehr wert ist, als sie. Wehe Dem, der nichts mehr zu wünschen hat! Er verliert, so zu sagen, Alles, was er besitzt. Man hat weniger Genuß von dem, was man verlangt, als von dem, was man hofft und man ist nur glücklich, ehe man glücklich ist.«
– Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Julie oder Die neue Heloise