Schuld Gefühl

»Wir lieben, gewöhnen uns, lieben anders, lieben weniger, und – da ist plötzlich ein Gefühl, die Möglichkeit eines Gefühls, ein Echo aus lange vergangener Zeit, ein seliges Sehnen, und ich frage dich: Bin ich schuld? Ist man schuld an Gefühlen?
Du hättest sicher gesagt: Man muss sich ja nicht darauf einlassen.
Danke. Vielen Dank. Man muss sich nicht darauf einlassen, darauf entgegnete ich, erstens, wie soll das funktionieren, und vor allem zweitens, was nützt es mir? Zu wissen, dass ich eigentlich jemand anderen geliebt hätte, aber mich nicht darauf eingelassen habe und eben bei dir geblieben bin – warum bei dir geblieben bin? Aus Treue? Bedeutet Treue, bei jemandem zu bleiben, auch wenn man ihn nicht mehr liebt? Bedeutet Treue, seine wahren Gefühle zu unterdrücken, damit etwas, was einmal gewesen ist, nach außen hin weiterschimmern darf? Bedeutet Treue, einen Moment seines Lebens zu fotografieren und dieses Bild sein Leben lang anzubeten?«
– Thomas Galvinic, Das Leben der Wünsche

Aporetiker

»Denken bedeutet mit sich selbst zu kommunizieren. Die Möglichkeit des Dialoges. Das eine Ich ist gesichtslos, alterslos, namenlos, und ein anderes Ich hat meinen Namen, mein Gesicht.«
– Paul Valery (1871 - 1945)